Der starke, eigenständige Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner.
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Freiberufliche Pflege: MiGeL-Problematik

Aktualität 9.5.2018:

Unsere Sektion wird zusammen mit dem Spitexverband des Kantons Zürich und dem Verband der privaten Spitexorganisationen ASPS zuhanden des Gemeindepräsidentenverbandes ein Modell zur Verrechnung der Pflegematerialkosten entwickeln. Ziel ist es, dass dieses Modell so rasch wie möglich zum Tragen kommt und die Pflegematerialkosten über die Restkosten abgegolten werden. Dazu benötigen wir aber weitere Daten von den Freiberuflichen. Elvira Nussbaumer wird in unserem Auftrag in den kommenden Tagen ein Mail an alle Freiberuflichen in unseren Sektionskantonen senden und um detaillierte Kostendaten bitten. Nur wenn wir valides, repräsentatives Datenmaterial haben, können wir auch gute Abrechnungsmodelle entwickeln. Wir bitten also alle Freiberuflichen um ihre Mithilfe.

Gleichzeitig zu dieser kurzfristigen Lösung mit den Gemeinden müssen aber auch Verhandlungen mit den Krankenkassen geführt werden, um deren Tarife in den KLV 7-Leistungen so anzupassen, dass das Pflegematerial wirklich inkludiert ist. Hier sind die nationalen Verbände gefordert.
Aber auch Sie als betroffene Freiberufliche, als solidarisch denkende Pflegende und als steuerzahlende Bürgerin können etwas tun, um eine gerechte Kostenübernahme der Pflegematerialinen (die aus unserer Sicht klar über die Krankenakssen laufen muss) voranzutreiben: Berichten Sie in Ihrem Umfeld über diese aktuelle Situation. Nichtinvolvierte Personen wissen nämlich kaum etwas darüber, da dieses Thema medial bisher kaum aufgegriffen wurde. In unserem Sektionsgebiet hat einzig die NZZ darüber berichtet (Artikel).
Es ist ja schon sehr wunderlich, dass unsere Krankenkassenprämien in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sind – unter anderem mit der Begründung, dass das Pflegematerial teurer wurde – und nun, mit diesem Bundesverwaltungsgerichtsurteil im Rücken, weigern sich die Krankenkassen, genau diese Material-Kosten zu tragen!

 

7.5.2018:
Wer trägt die Kosten für das Pflegematerial in der ambulanten und der Langzeitpflege?


Bis zum Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts im November 2017 war alles klar: die Leistungserbringer (Freiberufliche Pflegende, Spitexorganisationen und Pflegeheime) verrechneten die Kosten für das verwendete Pflegematerial der Krankenkasse ihrer Klienten.

Nun, nach diesem Entscheid wird unterschieden, ob der Klient das Material selber anwendet oder ob es von Fachpersonal angewandt wird. Wendet der Klient das Material selber an, übernimmt seine Krankenkasse die Kosten. Wird es von Fachpersonal angewandt, müssen neu die Kantone und Gemeinden dafür aufkommen. Bis dies jedoch rechtlich und organisatorisch geklärt ist, bleiben die Leistungserbringer vorerst auf ihren Materialkosten sitzen. Bei spezialisierten Pflegefachleuten (z.B. Wund- und Stomaberater/innen) machen die Pflegematerialien bis zu 35% ihrer Gesamtkosten aus! Können sie diese Kosten nicht weiterverrechnen, ist dies für viele von ihnen existenzbedrohend!

Wir Sektionen sind nun mit Hochdruck daran, mit den Kantonen und Gemeinden rasch greifende Übergangslösungen zu erarbeiten und langfristige Lösungen zu verhandeln, damit diese Vergütungslücke geschlossen wird.
Am 8. Mai 2018 findet dazu die erste Sitzung mit der Gesundheitsdirektion Zürich und allen betroffenen Verbänden (Leistungserbringer und Gemeindepräsidenten) statt.
Wir werden auch in den beiden anderen Sektionskantonen aktiv, um entsprechende Lösungen zu erarbeiten.

Aktuell empfehlen wir allen Freiberuflichen ihre Materialkosten weiterhin den Krankenkassen ihrer Klient/innen zu verrechnen. Es gibt nach wie vor noch Krankenkassen, die diese Kosten übernehmen.

Der SBK Schweiz ist (zusammen mit anderen nationalen Verbänden) mit dem Bundesamt für Gesundheit im Gespräch, damit möglichst rasch Übergangslösungen erarbeitet werden. Zudem besteht eine Task Force Pflegematerial in der Vertreter/innen des SBK, der IG Wundspezialist/innen, des Fachverbandes curacasa und der Swiss Association for Woundcare vertreten sind. Ziel dieser Task Force ist es, das weitere Vorgehen zu koordinieren und die Interessen der betroffenen Freiberuflichen in Gesprächen und Verhandlungen zu vertreten.

Unter folgendem link finden Sie weitere Informationen zum Thema: https://www.sbk.ch/dienstleistungen/freiberufliche-pflege/aktuelle-informationen.html

Fact sheet MiGeL